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Fussball

Die Fußballabteilung des Hagener SV ist eine der größten im Fußballkreis Osnabrück-Land und besteht seit der Gründung des Vereins im Jahr 1920. Zu den Erfolgen des „Kleinen HSV“ gehören u.a. die Titel in den 1970er Jahren, als die 1. Herren drei Meisterschaften gewann und den Sprung aus der Kreisliga bis in die Verbandsliga schaffte. Bis zu 1000 Zuschauer „pilgerten“ in dieser Zeit zum Hagener Sportplatz, um die Tore ihrer Jungs zu bejubeln. Im Jugendbereich bildet der Hagener SV seit der Saison 2014/15 eine Spielgemeinschaft mit dem Nachbarverein Spvg. Niedermark.

Die Fußballfabrik kommt vom 28. bis 30. August 2015 zum HSV

am .


Bereits im letzten Jahr gastierte die Fußballfabrik von Ingo Anderbrügge für ein Wochenende beim Hagener SV und die super Stimmung der Spieler/-innen und Trainer/-innen sowie der sportliche Reiz sprechen für eine erneute Durchführung des Camps. Anmeldungen werden ab sofort unter www.fussballfabrik.com angenommen. Teilnehmen kann jedes Kind zwischen 5 und 15 Jahren.

Auch in diesem Jahr soll kein Kind aus finanziellen Gründen zu Hause bleiben! Daher hat die Fußballfabrik die Aktion Teamgeist ins Leben gerufen, die dieses Jahr wiederum große finanzielle Unterstützung von ortsansässigen Unternehmen und Privatpersonen bekommt. Dafür vielen Dank! Weitere Informationen sind bei Christoph Dillmann erhältlich.

Dillmann(at)hagener-sv.de
0179 7722316

Einen Beitrag und Fotos vom Camp 2014 gibt es unter Fussballfabrik beim Hagener SV 2014

 

Anlässlich des letztjährigen Fußballcamps beim Hagener SV sprach Peter Leuenberger mit Ingo Anderbrügge über das Thema Jugendfußball. Der Auszug aus dem Interview zeigt die Idee der Fußballfabrik und die Einstellung von Ingo Anderbrügge zum Thema Jugendfußball.


Herr Anderbrügge, wie ist die Idee zu Ihrer Fußballfabrik entstanden?
Es ist eigentlich während meiner aktiven Zeit als Bundesligaspieler entstanden. Man wird oft von kleineren Vereinen in der Region, in der man lebt, gefragt, kommst Du mal zu einer Pokalübergabe oder zu einer Autogrammstunde. Ich habe das dann sehr häufig gemacht. Irgendwann habe ich mir überlegt, wieder Autogramme schreiben, wieder Pokale überreichen, nein, eigentlich möchte ich die Jugendmannschaften trainieren. Danach habe ich die Kinder mal eine Stunde trainiert und habe dabei selbst festgestellt, dass es mir Spaß macht, mit Kindern zu arbeiten. Auch bei den Kindern kam das immer sehr gut an.
2000 habe ich meinen ersten Trainerschein erworben, die A-Lizenz und 2007 habe ich meine Fußball-Lehrerlizenz gemacht. Ich bin schon sehr stolz, nicht nur in der Fußballbundesliga gespielt zu haben sondern auch den höchsten Trainerschein zu besitzen.
Mein Ansatz in den Fußballcamps ist immer der, Kinder und Jugendlichen den Fußball näher zu bringen. Mittlerweile trainieren wir über 3000 Kinder im Jahr, das kann ich nicht mehr alleine machen.
Meinen über 40 Honorartrainern, die bei mir arbeiten, möchte ich meine Philosophie vermitteln. Sie brauchen alle einen Trainerschein, das ist Grundvoraussetzung. Sie müssen qualitativ meinen Anforderungen entsprechen und Spaß daran haben, mit Kindern zu arbeiten. Das ist fast noch wichtiger, denn Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene. Jeder Trainer wird drei- bis viermal im Jahr von mir zusätzlich geschult und mit meinen Ideen vertraut gemacht. Mir geht 's immer um Basis, um Dribbeln, um Passen, um Geschicklichkeit. Aber auch um Aufpassen, um aufmerksam sein und auch Disziplin gehört dazu. Fußballfabrik heißt für mich Ausbildung im Fußball. Wir möchten Vereinen helfen, sich weiterzuentwickeln und fortzubilden.


Wenn ich es richtig verstanden habe, geht es Ihnen  nicht nur um Talentförderung sondern auch um andere Dinge, die für Kinder wichtig sind.
Ja, natürlich, absolut. Wir haben die klassischen Basiscamps so wie hier beim Hagener SV. Jedes Kind, welches Spaß am Mannschaftssport hat, jedes welches Spaß am Fußball hat, darf mitmachen. Wenn die dann sagen, Mensch Mama, das hat mir gefallen, darf ich mich da im Verein anmelden, dann haben wir doch etwas Positives bewirkt.
Das ist für mich Basiscamp, jeder darf mitmachen, aber nach den Regeln des Fußballs. Wenn aus ist, ist aus, der Schiedsrichter entscheidet, der Trainer entscheidet. Teamgeist ist wichtig. Die Gruppe steht im Vordergrund, nicht der einzelne Spieler. Das ist dann auch Persönlichkeitsentwicklung und Ausbildung für 's Leben. Ich glaube, das kann man genauso im Alltag gebrauchen.
Darüber hinaus wollen wir natürlich sichten. Die Kinder, die in den Basiscamps fußballerisch schon etwas besser sind, laden wir in unsere Besten Camps ein. Und aus den zehn bis zwölf Besten Camps gibt es einmal im Jahr das Elitecamp. Damit werden wir dann auch dem Fußballer gerecht, der dann schon weiter ist und mehr möchte, vielleicht schon in Richtung Leistungsfußball denkt.
Wir sagen nicht umsonst Ausbildung im Fußball. Wir möchten Kindern, die mehr wollen, eine Option bieten. Auf den Bolzplätzen wird nicht mehr so viel gespielt wie früher. Auch in den Schulen wird der Sportunterricht eher weniger. Das können die Vereine nicht alles auffangen.
Die kleinen Vereine haben ihr Ehrenamt, die können nicht alles leisten. Da sind Trainer, die können nicht das dritte Mal in der Woche trainieren, weil sie die Zeit dafür nicht haben. Denen möchten wir helfen und dafür möchten wir, wie gesagt, eine kleine Option mehr bieten.


Stichwort Trainer: Beim Hagener SV gibt es leider sehr wenig Lizenztrainer im Jugendbereich. Einige würden bestimmt gerne einen Trainerschein machen, aber sie haben einfach nicht die Zeit dafür. Was können solche Trainer tun, um den Kindern trotzdem ein möglichst gutes Training anzubieten. Was raten Sie diesen ehrenamtlichen Trainern?
Er muss sich zunächst einmal bewusst sein, was er da annimmt. Er nimmt eine Jugendmannschaft an. Wir sagen immer, als erstes muss man vom Einfachen zum Schweren denken. Das heißt, er darf am Anfang nicht zu viel voraussetzen. Er sollte den Kindern erst einmal Grundlagen vermitteln. Das fängt damit an, ihnen zu sagen, wann ist das regelmäßige Training, was erwarte ich von euch und dazu sollte er ein paar Regeln festlegen.
Dann sollte er sich auch ein wenig einlesen wie z. B.: Was ist kindgerechtes Training und wie gestalte ich es.
Wenn die Kinder dann etwas nicht schaffen, immer erst den Fehler bei sich suchen. Vielleicht habe ich ja eine falsche Wortwahl. "Du musst diagonal spielen, Du musst antizipieren."- "Mama was ist diagonal, was ist antizipieren?" Eine kindgerechte Sprache ist wichtig.
Man hört sehr häufig, dass ein Trainer am Samstag ruft, Du musst dies oder jenes machen. Ich sage immer, wenn einer einem Kind fünf- oder sechsmal während eines Spiels die gleiche Anweisung gibt und das Kind macht es immer noch nicht, dann hat er es in der Woche nicht richtig trainiert. Wenn das Kind es verstanden hätte, würde es das tun, zumindest in Ansätzen. Vielleicht muss ich dann die Übung noch ein wenig vereinfachen. Eventuell ist sie doch zu schwer oder die Abstände sind zu groß.
Also das ist schon ein sehr großes Spektrum. Man wird nicht Trainer, nur weil ich mir eine Jacke anziehe wo hinten "Trainer" draufsteht. Auch nicht denken, was ich früher zu meiner Zeit trainiert habe, ist richtig. Das moderne Jugendtraining hat sich schon sehr entwickelt. Ein Kind kann, wenn es begeistert ist und Spaß hat, viel lernen, wenn es einen Trainer hat, der es richtig macht. Da geht es nicht nur darum, der hat Talent oder nicht. Kinder, die wollen, werden vielleicht keine Ronaldos, aber sie lernen zu schießen, zu dribbeln, zu passen und bekommen Verständnis für das Spiel. Das liegt aber immer daran, welchen Trainer ich habe.
Dieser Sachen sollte sich ein Jugendtrainer bewusst sein.
Die Trainerscheine sind nicht umsonst in den letzten Jahren viel anspruchsvoller geworden. Unter Matthias Sammer hat man alle Scheine nochmal ein bisschen korrigiert und verbessert. Die "C-Lizenz Fußball" ist schon richtig anspruchsvoll. Wenn Trainer im Verein sind, die diese Lizenz haben, dann hilft das allen.
Aber die Masse in den kleinen Vereinen sind halt Vereins Papas, die einen anderen Job haben. Die machen das im Ehrenamt. Hut ab und Kompliment für diese Menschen.
Bei solchen Vereinen sind wir. Das ist eine dankbare Aufgabe, die wir gerne machen. Und wenn wir mit unseren Ideen und Möglichkeiten dazu beitragen, dass sie sich weiter entwickeln, dann haben wir einiges erreicht.


Was würden Sie einem Kind, das Talent hat und im Fußball weiterkommen will, raten?
Die Frage ist doch: Was ist Talent? Ich werde nicht geboren und liege da und habe Talent, Talent muss ich mir erarbeiten.
Manchmal sieht man ja im Fernsehen Kinder oder heranwachsende Jugendliche, die spielen eine Geige, wo Du denkst, das gibt 's doch gar nicht. Die üben nicht nur einmal die Woche, die sind den ganzen Tag nur am Geigen. Es wird auch keiner Professor, wenn er nur einmal die Woche das Mathebuch in die Hand nimmt.
Einen Per Mertesacker hätte ich gerne 'mal in der Jugend spielen sehen. Wahrscheinlich war er größer als alle Anderen. Aber war der technisch gut? Ich weiß es nicht. Ich glaube,  der hat sich ganz viel erarbeitet. Ein Özil hatte vielleicht ein bisschen mehr Talent,  aber auch er musste sich viel erarbeiten.
Wichtig ist, fleißig sein und mehr trainieren als andere. Immer wieder gerne zum Training gehen und Spaß haben an dem was Du machst.